Das war die Kitzbüheler Alpenrallye 2016

Den Gesamtsieg holten sich dieses Jahr Burkhart Müller und Fabian Mohr aus Rülzheim (D) auf Mercedes-Benz 250 SL Pagode (Bj. 1967), die nach 2014 zum zweiten Mal in Kitzbühel triumphierten.

Wie im Vorjahr mussten sich die Memmingers aus Grünwald (D) in der Sportwertung knapp geschlagen geben: Schorsch Memminger mit Beifahrer Christoph Wellmann (1951er Brezelkäfer) landete vor Georg Memminger mit Copilot Claudio Zimmermann auf VW Käfer Cabrio (1951). Für die Tiroler Vorjahrssieger Helmut Lorenzoni und Mike Angermann (Porsche 911 Targa) reichte es diesmal nur für Rang zehn – der Traum von der Titelverteidigung war schon nach dem Prolog ausgeträumt. Auch den Bergsieg der Alpenrallye 2016 und damit den begehrte Sepp-Greger-Bergpokal sicherten sich die Gesamtsieger Müller/Mohr.

Die Classic-Trophy sicherten sich Stefan und Melanie Wirtgen auf Mercedes-Benz 300 SL (1958) vor Werner Reifferscheidt / Wolfgang Obladen, ebenfalls auf Mercedes-Benz 300 SL Roadster (1958) und vor Thomas Eichelmann / Franz Hüttenberger auf Porsche Coupé 356 C 1600 (1965).

Traumwetter und spannende Strecken brachte dieses Jahr die Hauptetappe der Alpenrallye: Die Zillertal-Runde führte die 187 Klassiker der Baujahre 1923 bis 1975 auf eine große Schleife über den Pass Thurn, Gerlospass, Zillertal, Achensee und Unterinntal. Auf der Gerlosstrecke zwischen dem Salzburger Oberpinzgau und dem angrenzenden Zillertal blitzten die schneebedeckten Dreitausender der Hohen Tauern und der Zillertaler Alpen durch die Wolken - eindrucksvolle Blicke auf die Bergwelt der Zentralalpen.
 
Abenteuer pur folgte auf der Zillertaler Höhenstraße: eine einspurige, fordernde Bergstrecke, die vor allem den Teams der Vorkriegsklassiker alles abverlangte: eine echte Herausforderung für Mensch und Maschine – der nicht alle der betagten Klassiker gewachsen waren. Eines der „Opfer“ der Höhenstraße: Schauspieler Jan Hartmann, der die Bergabstrecke nach Aschau mit der Handbremse bewältigen musste - die Bremsen hatten sich komplett überhitzt. Nach einer einstündigen Abkühlungsphase ging es aber für den früheren GZSZ-Star weiter.
 
Entspannend und landschaftlich besonders reizvoll die Schlussetappe am Samstag, die mehrfach zwischen Tirol und den angrenzenden bayrischen Alpenvorland wechselte: Reit im Winkl, Kössen, Oberaudorf, Bayrischzell, Thiersee und schließlich die Festungsstadt Kufstein, die der Samstag-Runde ihren Namen gab. Ein besonderes Erlebnis war das „Kaiserschmarrn-Fest“ in Ellmau, bei dem die 187 Teams eine Stempelkontrolle inmitten des kulinarischen Festivals absolvierten und natürlich auch eine Kostprobe der süßen Sünde bekamen.

Tausende Zuschauer füllten schließlich zum großen Finale am Samstag die Straßen der Kitzbüheler Altstadt beim Zieleinlauf der 29. Alpenrallye und schenkten dem „rollenden Automobilmuseum“ den verdienten Applaus: Prachtvolle Vorkriegsklassiker wie das älteste Fahrzeug, ein wundervoller Bentley 3 Litre Speed Model aus dem Jahr 1923 waren ebenso zu bewundern wie elegante Sportcoupés und Limousinen der fünfziger und Sechziger Jahre, rassige Sportwagen und Raritäten jüngeren Datums – die Rallye war wieder eine eindrucksvolle Leistungsschau der Automobilgeschichte aus sieben Jahrzehnten.

Prominente Namen bei der Alpenrallye 2016: ARD-Anchorman "Mr. Tagesschau" Jan Hofer, Schauspieler Jan Hartmann, Fotokünstler und Skirennfahrer Hubertus von Hohenlohe - und natürlich der Alpenrallye-Ehrenpräsident Hans-Joachim "Strietzel" Stuck mit seinen beiden rennfahrenden Söhnen Johannes und Ferdinand Stuck. Sie alle ließen sich vom Kitzbüheler Oldtimer-Fieber anstecken – wie auch Rallye-Weltmeister Sebastién Ogier, der am Samstag in einem rassigen „Salzburg“-Käfer die „Kufstein-Runde“ absolvierte.

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